Informationsarchitektur
Inhalte strukturieren, Sitemaps erstellen und Navigationsstrukturen auf Klarheit und Usability bewerten.
- Informationsarchitektur (IA) definieren und ihre Bedeutung erklären
- Hierarchie, sequenzielle Abläufe und Inhaltsbeschriftung als IA-Konzepte verstehen
- Eine einfache Sitemap erstellen und lesen können
- Die vier Navigationsprinzipien auf eigene Projekte anwenden
Definition
Was ist Informationsarchitektur?
Informationsarchitektur (IA) ist die Praxis, Inhalte und Funktionen so zu organisieren, strukturieren und beschriften, dass Nutzer finden, was sie brauchen, und verstehen, wo sie sich befinden.
IA ist einer der wenigen Bereiche, bei denen frühe Fehler eskalierend schwierige Probleme erzeugen. Visuelle Details neu zu gestalten ist relativ günstig. Die Navigationsstruktur einer 200-seitigen Website neu zu gestalten ist extrem schmerzhaft.
Kernkonzepte
Drei Strukturprinzipien
Hierarchie
Inhalte in Kategorien und Unterkategorien organisieren. Die Herausforderung: Kategorien wählen, die den mentalen Modellen der Nutzer entsprechen – nicht der internen Organisationsstruktur.
Sequenzielle Abläufe
Inhalte als Schritte, die der Reihe nach abgeschlossen werden müssen – für Checkouts, Onboarding, mehrstufige Formulare. IA entscheidet: wie viele Schritte, welche Infos wo, wo zurückgehen.
Inhaltsbeschriftung
Dinge so benennen, dass Nutzer sie verstehen. Interner Fachjargon, unklare Abkürzungen und technische Terminologie gehören zu den häufigsten IA-Problemen.
E-Commerce Top-Level-Navigation:
↳ Spiegelt Abteilungen wider, nicht Nutzeraufgaben
Gleiche Website, nutzerorientiert:
↳ Beschreibt Aufgaben, die Nutzer erledigen wollen
Werkzeug
Sitemaps
Eine Sitemap ist ein visuelles Diagramm der Struktur einer Website oder App – jede Seite, jeder Bildschirm und die Navigationsverbindungen zwischen ihnen. Klicke auf einen Knoten, um zu sehen, was auf diesem Bildschirm ist:
Interaktive Sitemap — Team-Produktivitäts-App
Klicke auf einen Knoten, um die Inhalte dieses Bildschirms zu sehen:
Prinzipien
Die 4 Navigationsprinzipien
Flach und begrenzt
Nutzer haben Schwierigkeiten, mehr als 3–4 Ebenen tief zu navigieren. Begrenze die Hauptnavigation auf maximal 5–7 Elemente.
Nutzersprache statt Fachjargon
Teste Navigationsbeschriftungen mit echten Nutzern. Wenn sie nicht vorhersagen können, was sich hinter einem Label verbirgt, ist das Label falsch – nicht der Nutzer.
Aktiver Zustand sichtbar
Aktive Zustände, Breadcrumbs und Seitentitel helfen Nutzern, ihren Standort zu behalten. Besonders wichtig in komplexen Strukturen: Nutzer müssen immer wissen, wo sie sind.
Nichts Wichtiges verstecken
Die Versuchung, die Navigation „sauber" zu halten, indem Elemente in verschachtelte Menüs wandern, bedeutet meist: Nutzer finden sie nie.
Gute IA ist für Nutzer unsichtbar – sie wissen einfach immer, wo sie sind und wohin sie gehen müssen. Wenn Nutzer suchen, raten oder zurückgehen müssen, ist das kein Nutzer-Problem. Es ist ein IA-Problem.